Das systemische Modell der inneren Familie – IFS
Unser Leben besteht aus unzähligen Reaktionen auf die alltäglichen Anforderungen, denen wir Tag für Tag begegnen. Meist müssen wir nicht nachdenken, erledigen es im Autopilot.
Wenn wir jedoch nur ein bisschen nachspüren, nach Innen gehen, begegnen wir vielen Gedanken, Meinungen, Körperempfindungen.
Die meisten sind uns bekannt, nicht alle sind angenehm. Oftmals handeln wir im Sinne des erwünschten, fühlen uns dabei aber nicht wohl, der innere Kritiker ist schnell zur Stelle, macht uns klein, hat zum Teil vernichtendes Urteil parat, sorgt dafür, dass wir Scham empfinden. Es kann auch sein, dass unsere Reaktion einen äußeren Konflikt hervorruft, wonach wir uns wiederum nicht wohlfühlen, uns innerlich kritisieren.
Diese Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, die uns zu Handlungen bewegen oder diese begleiten, nennen wir Teile, Persönlichkeits-Anteile, Seiten von uns, Zustände.
Der USamerikanische Psychotherapeut Richard Schwartz hat vor 40 Jahren aus seiner systemischen Arbeit mit KlientInnen heraus ein Modell entwickelt, dass die Unterschiedlichkeit der Teile aufnimmt, ohne ihnen bewertend zu begegnen.
Die Grundannahme: alle Teile haben – unabhängig von ihrer Strategie, durch die wir sie wahrnehmen – eine positive, hilfreiche Absicht für uns.
Was uns zunächst stutzig macht – ein innerer Kritiker, der mich innerlich abwertet, soll einen gute Absicht haben?? – wird bei näherem Blick verständlich: die Strategien dienten bei ihrer Entstehung dazu, eine ursprünglich erfahrene Verletzung nicht noch einmal zu wiederholen. Da diese Schützerteile an ihren Strategien festhalten und sie oftmals noch intensivieren, verursachen sie Leid. Wir finden diese Wesenszüge an uns befremdlich oder sie stören, wir wollen sie am liebsten „weghaben“.
In der Therapie geht es darum, die Teile zu erkennen und Kontakt aufzubauen, ihre Geschichte zu erfahren. Du dieses Hinwenden entsteht Verständnis und ermöglicht im Weiteren eine Entspannung der Teile. In dieser heilsamen Begegnung mit den beschützenden und verletzten Teilen können neue Strategien entstehen, die Raum für mehr Lebensenergie öffnen.
Mehr zu den Hintergründen des Modells erfahren sie hier.
Alle Teile sind willkommen.
Auch in der Arbeit mit IFS beginnen wir mit ihrem Ziel:
Welches Anliegen hat sie zu mir gebracht?
Wofür wird es sich gelohnt haben, die Zeit in der Psychotherapie zu investieren?
Wenn sie ein stimmiges Ziel gefunden haben, unterstütze ich sie dabei, sich nach innen zu wenden und ihre Anteile, Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen zu finden, die sie auf dem Weg zum Ziel behindern.
Ich bringe die Erfahrung und Zuversicht mit, dass alle Teile eine gute Absicht haben und sich nach ihrer Zuwendung sehnen. Wenn sie sich gesehen fühlen, verstanden, Wertschätzung bekommen, können sie Vertrauen aufbauen und sich nach und nach entspannen, neue Aufgaben oder neue Strategien zur Zusammenarbeit übernehmen.
Verletzte Anteile, die aus einer lang vergangenen Zeit belastet sind mit Gefühlen von Scham, Wertlosigkeit, Trauer, Angst vor Verlust oder traumatischen Erlebnissen können durch die Zuwendung aus ihrem SELBST Heilung erfahren.
Dies alles passiert in einem Prozess, der achtsam vonstatten geht, um das sich entwickelnde Vertrauen zu überfordern und alle inneren Anteile mitzunehmen auf diese heilsame Reise.
Wir arbeiten im Gespräch, mit dem Körper, verschiedenen Methoden im Raum. Manchmal sind Anteile schwer mit Worten zu beschreiben, dafür gibt es einen Block und Farben.
Ein Teiletagebuch kann ihnen helfen, auch zuhause achtsam ihren inneren Anteilen zu begegnen.
Termine finden im Abstand von 2-3w statt, damit die Erkenntnisse aus der Stunde wie Samen anwachsen können, bevor wir am Erarbeiteten anknüpfen.
Meine Arbeit am Münchner IFS-Institut.
Seit 2022 bin ich als Lehrtrainerin am Münchner IFS-Institut tätig.
Es ist eine Freude, mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten zu arbeiten und sie dabei zu unterstützen, die Methode für sich zu entdecken. In den Einführungsworkshop beginnen wir mit dem Blick nach Innen, entdecken eigene Teile. Die systemische IFS-Weiterbildung besteht aus einem Basistraining (drei 5-tägige Module innerhalb eines Jahres) und mehreren Aufbautrainings zu spezifischen Themen. Neben der Vermittlung von methodischem Wissen und praktischem Training spielt der Selbsterfahrungsaspekt eine wesentliche Rolle.
Diese Weiterbildung legt besonderen Wert auf eine fundierte pädagogische Begleitung des Lernprozesses. Neben der fachlichen Wissensvermittlung steht die didaktische Gestaltung des Lernens sowie die individuelle Entwicklung der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Pädagogische Prinzipien wie Reflexion, praxisnahe Anwendung und kontinuierliches Feedback sind integraler Bestandteil des Programms.
Zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Betreuung arbeitet ein Team aus zwei Trainer:innen und drei Assistent:innen eng zusammen. Dieses Betreuungskonzept ermöglicht eine intensive Supervision, individuelle Unterstützung sowie eine kontinuierliche Begleitung während der praktischen Übungen und Lernphasen.
Zu meiner Tätigkeit als Trainerin und Ansprechpartnerin für Zertifizierungsfragen gehören auch die Durchführung von IFS-Einführungsworkshops und eigene IFS-Angebote.
Hier geht es zur Seite des Münchner IFS-Instituts.
